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4K-Produktionen – jetzt schon?

Videoproduktionen in hoher Auflösung (4K bzw. UHD) gehören die Zukunft.

Die Industrie hat die entsprechende Hardware (Bildschirme & Kameras) entwickelt und wird nicht locker lassen, diesen Standard durchzusetzen.

Aber ist jetzt schon wirklich der Zeitpunkt, die Bewegtbildproduktionen in Marketing und Kommunikation auf die höhere Auflösung umzustellen?

Mit dieser Frage möchte ich mich in diesem Post auseinandersetzten. Anlaß dazu gibt mir die Tatsache, daß ich ab sofort in der Lage bin, 4K-Produktionen komplett mit eigenem Equipment durchzuführen und somit die Pros und Cons aus der Praxis heraus zu beurteilen.

Doch zu nächst einmal: Was genau bedeutet 4K?

4K – das K steht dabei für „Kilo“=1000 – beschreibt die horizontale Auflösung eines Videobilds. Die derzeitige Standardauflösung FullHD entspricht 1920×1080 Pixeln. Vervierfacht man diese Auflösung erhält man 3840×2160 Pixel. Das wird normalerweise als UltraHighDefinition (UHD) bezeichnet. Und da 3840 ziemlich nahe an 4000 ist, wird UHD auch häufig als 4K bezeichnet. Das eigentliche 4K (auch Cinema4K) stammt aus dem Kinobereich und bezeichnet eine Auflösung von 4096×2160. Da es sich aber mittlerweilen eingebürgert hat, beides als 4K zu bezeichnen, werde auch ich die Begriffe synonym verwenden.

Der entscheidende Vorteil von 4K – die extrem höhere Auflösung – scheint erst einmal nicht wegdiskutierbar. Aber kann man im Moment diesen Vorteil überhaupt nutzen?

YouTube streamt bereits seit einiger Zeit UHD-Dateien. Vimeo – die andere große Plattform – hat gerade nachgezogen. Aber wer hat an seinem Arbeitsplatz bereits einen Bildschirm, der ihm die riesige Auflösung darstellt? (Und ob er darauf dann den Unterschied zu einer gut produzierten HD-Datei bemerken würde, ist noch eine ganz andere Sache!)

Überhaupt kann man sich fragen, ob der Overkill an Auflösung wirklich den Mehrwert bedeutet, den man für einen neuen Fernseher oder Bildschirm bezahlen muß. Noch dazu, da es neben unterschiedlichen Dateiformaten oder eben einem Internet-Stream (noch) keine anderen Wege der Distribution gibt. (Auf die UltraBluRay warten wir noch …)

Außerdem sind 4K-Produktionen sowohl in der Durchführung wie auch in der Postproduktion (im Moment noch) aufwendiger, als normale HD-Produktionen und daher auch teurer. (Wobei meiner Überzeugung nach der Mehrpreis für 4K bei einer fairen Offerte mehr als im Rahmen bleiben sollte.)

Was also spricht für 4K?

Wenn Sie die Aufnahmen nur kurzfristig einsetzen wollen, wenn Sie wissen, daß die Inhalte und Bilder in 12-15 Monaten überholt sein werden – um ehrlich zu sein: nicht wirklich viel!

ABER: (und zwar ein großes!)

4K ist der Standard der Zukunft. Keiner wird daran vorbeikommen.

Nach der Einführung bezahlbarer HD-Kameras dauerte es keine drei Jahre, bis SD-Produktionen praktisch unverkäuflich waren. (Und damals – so um 2006/2007 – waren HD-Fernseher elend teuer und von Fernsehempfang in HD konnte man auch nur träumen.) Ich denke, spätestens im Frühjahr 2016 wird man die FrageHD oder 4K“ nicht mehr zu stellen brauchen.

Das bedeutet, wenn Sie die Aufnahmen, die Sie heute in Auftrag geben auch in der absehbaren Zukunft noch verwenden wollen, dann sollten Sie zumindestens das Material in 4K drehen lassen. Ihre Aufnahmen werden dadurch „future proof“ und das bißchen, das Sie heute mehr bezahlen, sparen Sie spätestens dann wieder ein, wenn Sie die selben Dinge in zwei Jahren nicht noch einmal drehen lassen müssen.

Aber gibt es – neben der Tatsache, daß uns die Industrie keine Wahl lassen wird – noch andere Vorteile, die für 4K sprechen?

Ja! – Ganz einfach: Es ist ohne wenn und aber das bessere Bild!

Auch wenn Sie nur in 4K drehen und dann die Aufnahme auf HD herunterskalieren ist der Qualitätsunterschied zum gleichen Motiv, aufgenommen von einer HD-Kamera, eklatant! Der Detailreichtum, der vom 4K-Sensor aufgezeichnet wird läßt jeden HD-Sensor im wahrsten Sinne des Wortes alt aussehen. Kontrast und Brillianz sind um Klassen besser!

Und ja: 4K-Produktionen sind aufwendiger, brauchen vor allem in der Postproduktion mehr technische Ressourcen und mehr Zeit. Im Gesamten hält sich der Mehraufwand (zumindest bei mir) aber wirklich in Grenzen und wird durch die Vorteile von 4K-Aufnahmen mehr als aufgewogen.

Um die Auflösung zu demonstrieren habe ich aus den ersten Testaufnahmen mit der neuen Kamera ein kleines Besipielvideo produziert.

Die 4K-Aufnahmen wurden dabei zunächst in voller Auflösung in das HD-Bild eingebunden und dann auf 50% verkleinert, um die gesamte Aufnahme zu zeigen.

Die Aufnahmen entstanden im Luisenpark in Mannheim. Kamerakonfiguration: Panasonic GH4, Metabones Speed-Booster, diverse Canon-Objektive.

Und um die Größenordnungen von HD und UHD einmal zu verdeutlichen habe ich noch die folgende Grafik angefertigt:

demo aufloesungen v2
Und für alle Fernehprogramme die Sie nicht in HD empfangen, denken Sie sich bitte vom Rechteck oben links, nochmal ein bißchen mehr als die Hälfte weg …

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