Abenteuer Greenscreen

Abenteuer Greenscreen

Vor kurzem habe ich im Auftrag der Müller & Friends GmbH aus Mannheim in vielen Bereichen Medien für ein ziemlich großes Kunden-Event beigesteuert.

Neben rein filmischen Arbeiten war auch ein ganz spezielles Projekt darunter, bei dem ich den Hintergrund einer Show der Berliner Choreografin Saskia Assohoto produziert habe.

Die Grundidee der Show war, die Tänzer als vorproduzierte Schatten im Hintergrund der Bühne zu vervielfältigen. Die Tänzer auf der Bühne konnten so zum einen mit ihren „Schatten-Klonen“ interagieren und zum anderen wurde die Wirkung der Choreografie durch die Menge der vorproduzierten Tänzer natürlich immens verstärkt.

Um diese Schattenwirkungen zu erzielen, haben wir zunächst Teile der fertigen Choreografie und speziell für den Hintergrund choreografierte Sequenzen vor einem Green-Screen gefilmt.

Greenscreen 1-2
Da der Hintergrund der Showbühne eine über 11 Meter breite LED-Wand war, mußte der Greenscreen ebenfalls ziemlich groß sein…

Aus logistischen Gründen nahmen wir die Choreografie nur mit zwei Tänzern aus. Da ich sie digital vervielfältigen konnte war es nur wichtig, jeweils einen Mann und eine Frau aufzunehmen.

Natürlich waren während der Aufnahmen noch Anpassungen an der Choreografie notwendig:

Greenscreen 2
Schließlich waren wir auch noch mitten im kreativen Prozeß:Greenscreen 3
Insgesamt waren wir aber sehr gut vorbereitet und haben das komplette Material für eine sechsminütige Show an einem Tag aufnehmen können.

Da ich die ganze Show nicht veröffentlichen darf, möchte ich anhand einer kurzen Sequenz den Ablauf der Postproduction beschreiben.

Hier ist die ursprüngliche Aufnahme vor dem Greenscreen:

Dieser, und alle anderen Clips, wurden danach in After Effects weiterbearbeitet.

Zunächst wurde mit dem Masken-Tool alles aus dem Bild entfernt, was neben dem Greenscreen noch zu sehen war.

ScreenShot 01
Als nächstes folgt dann die ziemlich fisselige Arbeit, die Figuren sauber aus dem Grün auszuschneiden. Das dauert meistens ein wenig, bis es paßt.

Da es in diesem Fall nur um die Silouhetten ging, war der Aufwand ganz ok!
ScreenShot 02
Manche schnellen Bewegungen waren wegen der Bewegungsunschärfe im Bild nicht wirklich exakt zu extrahieren. Um den entgegenzuwirken hätten wir die Szenen mit einer extrem kurzen Belichtungszeit pro Bild aufnehmen müssen. Dies wiederum hätte aber eine stroboskopartigen Effekt hervorgerufen, den ich hier überhaupt nicht wollte, da ich die flüssigen Bewegungen der Tänzer nicht mit abgehackten Bewegungen ihrer „Schatten“ begleiten wollte. Außerdem hätten wir dafür auch extrem viel mehr Beleuchtung gebraucht.

Daher habe ich mich im Vorfeld entschieden, bei schnellen Bewegungen gewissen Einbußen hinzunehmen. – Irgendeinen Tod muß man halt immer sterben.

Die Verwandlung der ausgeschnittenen Tänzer zu Schattensilouhetten braucht dann nur ein paar Klicks:
ScreenShot 03
Und hier beginnt die eigentliche Arbeit.

Jetzt kann man anfangen, mit den Schatten zu spielen. In der, recht einfachen, Beispielsequenz, die ich für diesen Post ausgesucht habe, ging es in erster Linie um die Vervielfältigung von Tänzern, um die Choreografie zu unterstützen:ScreenShot 04
Um diesen Effekt noch stärker zu machen, habe ich dann auch noch die Tänzer in unterschiedlichen Größen und Graustufen hinter die schwarzen Silouhetten gelegt:
ScreenShot 05
Das Endergebnis dieser Arbeit war diese Sequenz:

Und schließlich wurde noch die Hauptsache hinzugefügt: Die Tänzer und Saskias Choreografie:

Und ganz zum Abschluß, hier noch ein kleines Beispiel für einen „etwas“ aufwändigeren Umgang mit den Silouhetten:

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