Ausstellung

Ein virtueller Ausstellungsbesuch

Der Naturpark Neckar-Odenwald hat im letzten Herbst die umgestaltete Ausstellung im Naturparkzentrum in Eberbach eröffnet.

Die Ausstellung befindet sich im Naturpark-Zentrum im Thalheim’schen Haus, einem Gebäude aus dem 15. Jahrhundert.

Die Ausstellung liegt zum größten Teil im 1. und 2. OG. Da das Haus aufgrund seines Alters denkmalgeschützt ist, konnte es für die Ausstellung nicht barrierefrei umgebaut werden. Daher wurde beschlossen, die Ausstellung auch in medialer Form im Erdgeschoß zu präsentieren, so daß auch Besuchern mit eingeschränkter Mobilität, die Schwerpunkte der Ausstellung vermittelt werden können.

Dafür wurde im Eingangsbereich im Erdgeschoß ein Bildschirm installiert.

Da aber die Ausstellung bereits im Treppenhaus mit einer Audioeinspielung beginnt, die von einem Bewegungsmelder ausgelöst wird, war ebenfalls von vorne herein klar, daß der „virtuelle Rundgang“ komplett auf Ton verzichten mußte.

Mit dieser Aufgabenstellung wurde ich im Dezember letzten Jahres angefragt. Und natürlich, fand ich sie wahnsinnig spannend.

WIE VERMITTELT MAN EINE AUSSTELLUNG?? (Das Konzept, das Erlebnis, die Schwerpunkte)?

Natürlich habe ich mir ganz zu Beginn die Ausstellung angeschaut und mir überlegt, wie ich die Inhalte und die Atmosphäre – mit der Einschränkung weder Musik, noch O-Ton oder gar einen Off-Sprecher verwenden zu können – filmisch aufbereiten könnte.

Der „klassische“ virtuelle Rundgang in Form von 360°-Fotografie (wie sie auch von vielen Museen benutzt werden) schied für mich sehr schnell aus. – Zum einen gab es keine Möglichkeit, die so erzeugte Dateien interaktiv zu gestalten, zum anderen lagen die (nicht nur) optisch interessanten Schwerpunkte und ein großer Teil der Ausstellungs-Idee, ganz woanders.

Rein von der filmisch-ästhetischen Sicht hatten die Bilder, die ich sehr schnell im Kopf hatte, mit einer Totalen überhaupt nichts zu tun. Es gibt in der Ausstellung eine Unmenge von Details, die es lohnen, (mit der Kamera) genauer hinzuschauen und sie abzubilden.

Außerdem ist die Ausstellung von ihrer grundsätzlichen Idee her sehr stark auf Erlebnisse ausgelegt – Dinge zu berühren, anzufassen und Beziehungen herzustellen.

Daher wurde es ziemlich schnell zu meiner grundlegenden Idee für die Umsetzung, nicht nur die vielen interessanten Details darzustellen, sondern, sie mit Aufnahmen von Menschen zu verknüpfen, die die Ausstellung erleben und dabei Spaß haben.

Sie sind – wenn man so will – meine Stellvertreter für alle, die nicht in der Lage sind, selbst die Ausstellung zu besuchen. Diese Besucher können so am Erlebnis der Ausstellung teilhaben. – Wobei mir natürlich bewußt ist, daß sie im wahrsten Sinne des Wortes, nur einen Teil haben.

Um alle Zielgruppen der Ausstellung abbilden zu können, vereinbarte ich mit der Leitung des Naturparks, jeweils einen Teil der Ausstellung mit einer Familie, einer Schulklasse sowie einer Gruppe von vier Erwachsenen zu drehen. Die „Gäste“ für diese Drehs wurden von der Geschäftsführerin des Naturparks, Cordula Samuleit, organisiert. – Herzlichen Dank!!

Neben diesen Drehs habe ich mich auch noch einmal einen halben Tag damit beschäftigt, alle Details richtig in’s Bild zu bekommmen.

Herausgekommen ist dabei ein fast 12-minütiger Film, der die Ausstellung in Themenschwerpunkten zusammenfaßt.

Um einige der Kernbotschaften auch in schriftlicher Form zu vermitteln, haben wir vor jedes Thema eine Art „Infotafel“ gesetzt. (Ohne diese Art der Vermittlung hätte mir etwas gefehlt.)

Für diesen Post habe ich als Beispiel das Thema „Holz“ ausgewählt. (Der komplette Film ist einfach zu lang.)

Und das ist dabei herausgekommen:
Natürlich wirkt diese Sequenz nun etwas breit, vielleicht sogar langatmig. Aber man sollte die Situation bedenken, in der der Film gesehen wird: Auf einer Bank im Erdgeschoß eines historischen Hauses, während man auf Freunde / Bekannte / Mitschüler wartet, die eine Ausstellung besuchen, die man selber nicht erreichen kann. Daher wollte ich den Bildern einen gewissen Platz lassen und dem Betrachter die Zeit, die Dinge auf sich wirken zu lassen.

Eine normale Schnittdynamik konnte ich dann allerdings doch noch einbringen!

Denn, um die Ausstellung auch im Internet promoten zu können, ist aus dem Material der „virtuellen Ausstellung“ – praktisch als „Abfallprodukt“ – ein kurzer Trailer entstanden, der nun auch auf der Homepage des Naturparks zu sehen ist.

– Zum Glück durfte ich da Musik verwenden!!

Ein Job, der mir richtig viel Spaß gemacht hat und bei dem ich ganz viele tolle Menschen getroffen und gefilmt habe.
Auf diesem Weg an alle: Herzlichen Dank!!

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