Realfilm & Zeichentrick v2

Realfilm & Zeichentrick

Vor kurzem habe ich zusammen mit der Kollegin Daniela Barcsik von AUTHENTIC VISIONS ein ziemlich cooles Projekt abgeschlossen. Für das Hotel Friedrichstraße in Lampertheim (Link) haben wir einen Imageclip produziert, in dem wir Realfilmaufnahmen und Zeichentrickanimationen kombiniert haben.

Ausgangspunkt war die Idee, das Hotel als realen Ort zu filmen, den Hotelgast aber durch eine Zeichentirckfigur darstellen zu lassen, um die so entstehende Sympathie beim Zuschauer positiv zu nutzen.

Ich kenne Dannie über die XING-Gruppe Rhein-Neckar-Netzwerk. Wir haben uns auf einem der monatlichen Treffen in Heidelberg kennengelernt. Ziemlich bald kam die Idee auf, daß wir unsere Fähigkeiten einmal zusammen bringen sollten.

Als dann Anke Illius, die Inhaberin des Hotels, bei einem Netzwerk-Treffen auf mich zukam und genau diese Kombination – Realfilm mit gezeichneter Figur – für ihr Hotel als Imageclip haben wollte, war es endlich so weit: Wir konnten unser erstes gemeinsames Projekt in Angriff nehmen.

Hier ist das Ergebnis:

.

Diesen Film zu produzieren, stellte uns vor einige Herausforderungen, die weder Dannie noch ich aus unseren „normalen“ Projekten gewohnt waren.

Eine der größten war selbstverständlich die Drehplanung. Die Abfolge der einzelnen Szenen muß exakt vorgeplant werden, damit sie sich bei den Animationen und im Schnitt zu einem flüssigen Ganzen zusammenfügen. Daher mußten wir nicht nur inhaltlich planen, sondern bei den Kamerablickwinkeln immer auch die Zeichentrickfigur und ihre Bewegungen mitdenken.

Darüber hinaus mußten wir herausfinden, wie wir die Interaktion der Zeichentrickfigur mit der „realen Welt“,  mit realen Gegenständen lösen konnten.

Die erste dieser Herausforderungen war die Tastatur des Schlüsselsafes. Dannie schlug vor, die Tasten mit einem Schaschlickstäbchen zu drücken:

schaschlikstaebchen 1

… dann habe ich in Post alles bis auf die Spitze das Stäbchens herausretouchiert
Schaschlikstaebchen 2
… und Dannie hat schließlich die Hand der Figur in die Bilder hineingezechnet und dabei mit der Fingerspitze des Mänchens die noch sichtbare Spitze des Stäbchens verdeckt.Schaschlikstaebchen 3

Das Öffnen von Türen haben wir dann zum Beispiel mit Angelschnur gemacht.
Die haben wir auch benutzt, um den Zimmerschlüssel freizustellen.
Zuerst ging Dannie, den Zimmerschlüssel an einem Nylonfaden befestigt, den Hotelflur entlang, dann habe ich in After Effects den Zimmerschlüssel isoliert – eigentlich ganz einfach, ich habe alles außer den Schlüssel gelöscht und dann über das Bild des leeren Flurs gelegtt, und schließlich hat Dannie dann unseren Hauptdarsteller eingefügt.

Allerdings ist dazu zu sagen, daß sowohl bei der Retouche wie auch bei der Animation jedes Bild des Filme einzeln bearbeitet werden muß (25 pro Sekunde!)
Screenshot (1).

Um Stühle zu verschieben sind wir auf dem Boden rumgekrochen, Dannie hat einen Früstückskorb auf Fingerspitzen herumbalanciert und den Vorhang im Zimmer haben wir über kleine Seilzüge so bewegt, daß wir danach aus dem Bild verschwinden konnten.

Meine Aufgabe war es nach all diesen Aufnahmen, sie (hauptsächlich in After Effects) so zu bearbeiten, daß Dannie bequem ihre Figur einfügen konnte.

Es war wirklich sehr spannend, sich das alles zusammen auszudenken und herauszufinden und sich in ich hoffe wirklich sehr, daß in Zukunft weitere ähnliche Projekte ergeben.

Nun mag sich der ein oder andere denken: Gut, bei diesem Kunden hat eben alles zusammengepaßt, aber wo kann diese Kombination noch sinnvoll eingesetzt werden?

Nun, ich glaube, daß die Einsatzmöglichkeiten sehr breit gefächert sind. Die gezeichnete Figur bietet eine große Identifikationsfläche, sie wirkt, einfach durch das Suiet, sympathisch und ihr können Dinge passieren, die einem realen Menschen (und Darsteller) nie passieren können (oder sollten).

Als ersten Bereich fällt mir da natürlich das Thema Arbeitssicherheit ein. Der Zeichentrickfigur können Unfälle zustoßen, die in der realen Welt unter allen Umständen vermieden werden müssen. So wie der Coyote, wenn er sich auf der Jagd nach dem Roadrunner mal wieder selbst einen Felsblock auf den Kopf geworfen hat, kann sich die Figur schütteln und zum nächsten Abenteuer aufbrechen.

Überall da, wo es bereits eine gezeichnete Symbolfigur einer Firma, ein Maskottchen, gibt, bietet sich diese Kombination ebenfalls an. Aber so eine Figur kann natürlich auch neu (und themen- oder inhaltsbezogen) konzipiert werden. Sie kann interne Prozesse ebenso begleiten wie Schulungen oder ganze Marketingkampagnen.

Grundsätzlich ist aber auch beim Einsatz dieser Kombination der individuelle Blick notwendig. Es muß auf die Anforderung passen, der Kunde muß die Kombi mögen, muß sie sich vorstellen können und dann kann man mit der individuellen Ausarbeitung eines Konzepts beginnen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.