gute stories 1

Storytelling – gute Stories #1

– Was ist eine Story? –

Nachdem ich in meinem ersten Post zu diesem Thema angekündigt hatte, darüber zu schreiben, was denn gute Stories/Geschichten ausmacht, die es lohnt, zu erzählen, habe ich angefangen, ein bißchen zu recherchieren.

Schnell mußte ich feststellen, daß meine Antworten und Gedanken auf diese Frage viel zu umfangreich sind, um sie in einen einzigen Post zu packen.

Ich habe mich daher entschieden, vier (zusammenhängende) Posts zu diesem Thema zu schreiben:

  1. In diesem Post gehe ich der grundsätzlichen Frage nach, was eine Geschichte eigentlich ist und wie sie sich definiert.
  2. Im zweiten Post werde ich die Frage aufgreifen, welche gemeinsamen Merkmale fiktive Geschichten haben, die einfach gut sind, uns fesseln und die Zeiten überdauern.
  3. Im dritten Post werde ich überprüfen, welche Elemente sich davon auch im dokumentarischen Erzählen wiederfinden und wie es sich vom fiktiven Storytelling unterscheidet.
  4. Und schließich werde ich im vierten Post versuchen, heraus zu finden, was sich davon in die Marketing-Kommunikation hinübertransportieren läßt und wie es dort eingesetzt wird.

Also:

Was ist eine Story?

Ich möchte also zu allererst, wie in meinem ersten Post zum Thema Storytelling, die – vermeintlich – einfache Frage stellen, wie sich eine Geschichte eigentlich definiert.

Aber auch das ist mal wieder gar nicht so einfach. In den einschlägigen Nachschlagewerken (von Wikipedia bis hin zu Gero v. Wilperts altehrwürdigem Sachwörterbuch der Literaturwissenschaft) findet man wenig oder nur eingeschränkt brauchbares.

(Disclaimer: Ich bin mir sicher, daß es dort draußen in den Weiten des Webs hervorragende Beiträge und Definitionen gibt – ich hab sie halt nur nicht gefunden!)

Daher möchte ich hier zunächst einige Punkte anführen, die für mich unbedingt zur Definition von Story respektive Geschichte dazugehören.

Eine Geschichte ist abgeschlossen. Sie hat einen Anfang und ein Ende. Der Anfang besteht dabei zumeist aus einem Ereignis oder einer Handlung, für deren Verständnis kein Vorwissen notwendig ist. Aus diesem Anfang entwickelt sich die Geschichte nun in einer logischen Abfolge von Handlungen bis zum Ende. Dieses Ende schließt die Geschichte endgültig ab. (Im Gegensatz zur Episode, an deren Ende oft ein Cliffhanger platziert wird, also ein Spannungselement, das den Rezipienten dazu bringen soll, auch die nächste Episode zu konsumieren.)

Eine Geschichte ist in sich logisch und stringent. Die Handlungen und Ereignisse entwickeln sich auseinander und bedingen sich.

Dadurch hat die Geschichte eine zeitliche Dauer, ob nun eine Stunde oder mehrere Jahre ist egal. Aber: Eine Momentaufnahme ist keine Geschichte.

Die meisten Geschichten haben eine Mitte. Oft gibt es Hindernisse, Spannungselemente, unerwartete Wendungen in Geschichten. Sie kreisen meistens um einen Höhepunkt, von dem aus die Geschichte dann dem Ende entgegenstrebt. (In guten Geschichten sind dies die spannensten Momente, in denen alles auf der Kippe steht … dazu später.)

Geschichten sind ökonomisch. Damit man sie überhaupt erzählen kann, wird alles Unnötige weggelassen und nur das Nötige, das Wesentliche verwendet. (Man erkennt schlechte Geschichtenerzähler auch daran, daß sie sich in überflüssigen Details und Nebenhandlungen verlieren. Kann man auf jedem Familienfest erleben …)

So – mehr ist es, meiner Meinung nach, erst mal nicht! Schaut relativ einfach und überschaubar aus. Und ist es eigentlich auch.

Und jetzt, da wir alle Zutaten zusammen haben, die eine Geschichte grundsätzlich definieren, kann ich mich fragen, wie ich diese Zutaten gestalte, damit aus einer Geschichte eine gute Geschichte wird.

To be continued …

 

Beitragsbild © Salvatore Vuono – freedigitalphotos.net

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